Fablab Kiel eröffnet: “Machen. Nicht labern!”

Eine FabLab-Torte zur Eröffnung
Eine FabLab-Torte zur Eröffnung

Gründergeist und die Einstellung zum Selbermachen lobte Staatssekretär Dr. Frank Nägele in seiner Eröffnungsrede für das FabLab in Kiel am Freitag Nachmittag. Normalerweise seien Ideenschutz und Patente die Währung der Wirtschaft, in der neuen, offenen High-Tech-Werkstatt im Kieler Wissenschaftspark würde das Teilen gelebt: Ideen werden weitergegeben, damit alle davon lernen könnte. Das sei etwas Besonderes, hob Frank Nägele hervor.

Proppevoll war das FabLab: Gut 80 Gäste war der Einladung gefolgt. Die mussten sich auf den 100m² Souterrain-Räumen verteilen und konnten schon einmal die vorhandenen Maschinen begutachten.

In ihrer Begrüßung dankten Florian von Wieding und Volker Breust allen, die in den letzten Wochen ehrenamtlichen geholfen hatten, das FabLab Realität werden zu lassen. Der erfahrene Ingenieur Volker Breust erzählte, wie er vor Jahren, als Hagenuk noch in Kiel Telefone bauten schon einmal, im gleichen Gebäude, ein paar Stockwerke höher mit einem 3D-gedruckten Telefonprototypen gearbeitete hatte. Die Technologie sei nicht neu – neu sei, dass sie inzwischen viel günstiger sei.

Er glaube nicht an die durchschlagende Revolution durch den 3D-Drucker, mit dem sich dann jeder zu Hause alle Geräte des täglichen Bedarfs drucken könne. Dazu seinen dann die Stückkosten viel zu hoch. Volker Breust zeigt anhand eines Beispiels, wie die Preise zurzeit aussehen – für eine einfache Halterung am Fahrrad müsse er individuell 3D-gedruckt in Metall heute über 130 Euro bezahlen. In der Massenproduktion seien das höchstens ein paar Euro.

Allerdings könnte man in diesem Verfahren Prototypen ausprobieren und die Massenproduktion dann zum Beispiel über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Im 3D-Druck seien darüberhinaus Formen möglich, die man mit klassischen Methoden nicht zustande bekäme. Klassische Gussmethoden hätte auch einen weiteren Nachteil: Diejenigen, die Produkte entwerfen müssten eine Menge darüber wissen, wie gegossen wird und das beim Entwurf berücksichtigen. Auch das fiele bei der heutigen Technologie weg. So könne im Prinzip jeder damit arbeiten. Volker Breust schloss mit der Aufforderung “Machen. Nicht labern!”

Das FabLab Kiel bietet Montags Workshops und ist dann Dienstags bis Donnerstags nachmittags bis abends geöffnet – nach Absprache auch Freitag und Sonnabend. Pro Monat bezahlst Du dafür 20 bis 30€. Die genauen Infos gibt es auf der Homepage des FabLabs.

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